|
Was ist eigentlich Orthomolekulare Medizin?
Das Prinzip der Orthomolekularen Medizin beruht auf der gezielten Zufuhr von Mikronährstoffen, wie z.B. Vitamine und Spurenelementen.
Ist der Körper nicht ausreichend versorgt, kann es zu zahlreichen Erkrankungen kommen. Damit das natürliche Gleichgewicht des Stoffwechsels wiederhergestellt werden kann, müssen die fehlenden Mikronährstoffe ergänzt werden.
Es ist nicht sinnvoll, ein Vitamin oder einen Mineralstoff als Einzelsubstanz zu verabreichen.
Dem orthomolekularen Prinzip folgend, sollte deshalb eine Erkrankung mit einer sinnvollen und ausgewogenen Kombination essenzieller Mikronährstoffe unterstützt werden, um die unausgewogene Mikronährstoff-Bilanz optimal auszugleichen.
Optimale Gesundheit und Widerstandskraft gegen Erkrankungen werden dann erreicht, wenn möglichst alle körpereigenen Substanzen in der richtigen Menge und Kombination im Organismus vorhanden sind. Leider ist heute bei vielen Menschen die Basis-Versorgung mit Mikronährstoffen bedingt durch modernen Lebensstil und zunehmendes Alter nicht mehr gesichert. Die Aufnahme vieler Vitamine, Vitaminoide, Mineralstoffe und Spurenelemente sowie der Omega-3-Fettsäuren liegt unterhalb der gesundheitswichtigen Optimalmengen. Mit einer erhöhten Zufuhr über eine mikronährstoffreiche Ernährung oder durch eine ergänzende Einnahme dieser als "orthomolekulare Substanzen" bezeichneten Wirkstoffe, ließe sich die Vitalstoff-Bilanz entscheidend verbessern und damit Gesundheit und Vitalität optimieren.
Vor allem in speziellen Lebensphasen und bei bestimmten Risikogruppen ist der Vitaminbedarf besonders hoch , so z.B.:
- während der Wachstumsphase bei Kindern und Jugendlichen
- in Zeiten erhöhter geistiger und körperlicher Anstrengung
- in Schwangerschaft und Stillperiode
- in den Wechseljahren
- im Alter und bei Krankheit
- bei Schadstoff- und Umweltbelastungen
- unter der Einnahme von Hormonen
- bei vermehrter Kohlenhydratzufuhr
- bei starkem Streß
- bei Allergien
Weitere Risikogruppen der Vitaminversorgung stellen Raucher und Menschen mit hohem Alkoholkonsum dar. Nicht nur, daß Genußgifte den Vitaminverbrauch erhöhen, meist kümmern sich diese Menschen auch besonders wenig um eine gesunde und vollwertige Ernährung, so daß sich hier die negativen Auswirkungen sozusagen kumulieren.
Die Basis der orthomolekularen Behandlung ist eine Zufuhr körpereigener, orthomolekularer Substanzen in der richtigen Menge und Kombination.
Dies ist u.a. dadurch begründet, daß die Stoffwechselvorgänge zur Energiegewinnung sehr komplexer Natur sind, d.h., es werden viele verschiedene Vitalstoffe in unterschiedlicher Dosierung zur optimalen Verstoffwechselung benötigt. Der Mangel eines einzigen Vitalstoffes kann den ganzen Stoffwechselvorgang bremsen oder gar blockieren.
Einer der wichtigen Grundsätze in der Orthomolekularen Medizin die Optimal- dosierung. Das bedeutet: Vitamine sind (bis auf A, D und K) in relativ hoher Dosis anzuwenden, und Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitaminoide sind ausreichend hoch zu dosieren.
Die herkömmlichen Multivitamin-Präparate, auch wenn sie noch zusätzliche Mineralien enthalten, sind deshalb vom Standpunkt der orthomolekularen Therapie wertlos. Sie können aufgrund ihrer geringen Konzentration alleine Mangelerscheinungen nicht verhindern und eine präventive oder gar therapeutische Wirkung im orthomolekularen Sinn ist damit nicht zu erzielen.
Zu den orthomolekularen Substanzen gehören Vitamine und Mineralstoffe, Spurenelemente, Antioxidantien, Fettsäuren, Aminosäuren und Enzyme . Es zählen aber dazu nur Stoffe, die natürlicherweise bereits im menschlichen Organismus vorhanden sind und benötigt werden, gleichgültig, ob sie vom eigenen Körper selbst synthetisiert oder durch die Nahrung aufgenommen werden.
Wenigstens folgende ausreichend hoch dosierte orthomolekulare Substanzen sollten in Kombinationspräparaten enthalten sein:
Beta-Carotin Omega-3-Fettsäure
Vitamin A Biotin
Vitamin C Jod
Vitamin E Selen
Vitamin B1 Magnesium
Vitamin B2 Eisen
Vitamin B6 Zink
Vitamin B3 Mangan
Vitamin B12 Kupfer
Vitamin K Chrom
Vitamin D3 Molybdän
Folsäure Calcium
Pantothensäure
Es gilt heute als gesichert, daß die regelmäßige Einnahme komplexer orthomolekularer Substanzen und Antioxidantien in hohen Dosen nicht nur positiven Einfluß auf die Leistungsfähigkeit hat, sondern auch auf Krankheiten und auf die Sterblichkeitsrate, so z.B. bei Herz-Kreislauf- und Stoffwechsel-Erkrankungen, Krebs, psychischen Erkrankungen, Rheuma und Osteoporose sowie beim grauen Star.
Alle seriösen Untersuchungen der neueren Zeit ergaben eine gesichterte präventive und therapeutische Wirkung von Orthomolekularen Substanzen bzw. Antioxidantien bei Diabetes (Schäden des Gefäßendothels und Mikroangiopathie) und Fettstoffwechselstörungen.
Eine 10-Jahres-Studie der Harvard-Universität in den USA an 127 000 (!) Personen ergab eine Verminderung der Sterblichkeit an Herzerkrankungen um 40%! Bei einer Studie an ca. 12 000 Personen in Kalifornien verminderte sich unter dauerhaften hohen Dosen an orthomolekularen Substanzen die Sterblichkeit für Krebserkrankungen um 18% und die Gesamtsterblichkeit um 22%. Bei den Männern war in dieser Studie eine Verringerung der Sterblichkeit an Herzerkrankungen sogar von 42%(!) feststellbar. Der Rückgang der Sterblichkeit läßt sich hochrechnen auf eine Lebensverlängerung von mindestens 6 Jahren. Bei einer 5-Jahres-Studie in Linxian an ca. 30 000 Erwachsenen im Alter über 40 Jahren nahmen die Todesfälle an Schlaganfall um 10% ab und die Häufigkeit des grauen Stars ging um 40% zurück
Die Ergebnisse vieler epidemiologischer Studien über Wirkung und Nutzen orthomolekularer Substanzen sind derart überzeugend, daß eine längerdauernde Einnahme dieser Wirkstoffe mittlerweilen bei den anerkannten Risiken und im Sinne einer Sekundärprävention bzw. als ursächliche Therapie bei allen dadurch beeinflußbaren Erkrankungen angeraten wird.
|